Ein paar kleine Infos

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Was ist so in der Zwischenzeit passiert?

Seit dem letzten Eintrag hier ist sehr viel Zeit vergangen. Eigentlich ist es unfassbar, wie schnell die Wochen verfliegen. Jeder Tag ist anders und trotzdem stelle ich schon eine – meine- Routine des Alltages fest. Dieser beginnt meistens mit einem Müsli aus Obst und Haferflocken, dazu dann noch ein paar Kerne und meine Leibspeise ist angerichtet. Ich verwende ein bisschen Wasser, damit es eine gute Substanz gibt. Zu dem Wasser muss ich aber sagen, dass mein Magen dieses noch nicht so verträgt, leider. Ich habe hier den Fehler gemacht, zu viel Leitungswasser zu trinken. Das Resultat war dann, dass ich einige Tage Magenprobleme hatte. Allerdings kann man durch Abkochen schon viel erreichen und so koche ich fleißig mein Trinkwasser ab. Die Vorstellung ein Jahr nur aus Plastikflaschen zu trinken, welche ich im Supermarkt erwerbe, widerspricht mir.

Die Arbeit mit den Kindern läuft gut und sie macht mir Spaß. Samstags gibt es Workshops, die unter der Woche von uns vorbereitet werden. Die Einsatzstellen liegen in zwei Stadtteilen Bogotás. Mein Arbeitstag beginnt dann gegen Sieben, indem ich zu der Wohnung meiner Chefin fahre. Dort wird sämtliches Material, das für den Tag benötigt wird, gerafft und schon beginnt der Kampf um ein Taxi. Tatsächlich ist es auch in Bogotá nicht immer einfach, ein freies Taxi zu erwischen.

Haben wir es dann geschafft und sitzen im Taxi, geht es zunächst in den Stadtteil Kennedy. Dieser ist ein ärmerer Bezirk der Metropole. Und ja man sieht die Unterschiede. Die Leute sind einfacher gekleidet und die Straßen und Häuser nicht so gut ausgebaut wie im Zentrum oder in dem Stadtteil, indem ich lebe. Die Kinder allerdings sind meistens sehr aufgeschlossen und wirken glücklich. Das Schönste ist aber, wenn sie das Projekt schätzen und gerne samstags von Acht bis Elf an dem Workshop teilnehmen. Die Themen sind recht unterschiedlich, haben aber alle einen bildenden Hintergrund. So wird z.B. über den Wasserkonsum, den Einsatz von Elektrizität oder den Begriff Frieden gesprochen.

Das Colectivos ( meine Organisation) wird von den Sternsingern mitfinanziert, was mir gut gefällt. Schließlich bin ich selbst jahrelang von Haus zu Haus gezogen und habe für die Sternsinger gesammelt. Wie hätte ich auch ahnen können, dass ich selbst mal mitbekomme, wie das Geld dann vor Ort eingesetzt wird ?

Von 12 bis 15 Uhr geht es dann im Stadtteil Simon Bolivar weiter. Derselbe Workshop, aber mit anderen Kindern. Auch Bolivar ist kein reicher Stadtteil, allerdings will ich hier auch nicht werten, weder über Kennedy noch über Simon Bolivar. Die Menschen dort arbeiten sehr hart für ihr Geld und versuchen das Beste zu erreichen. Die Eltern der Kinder sind meist sehr nett, und sofern mein Spanisch es zulässt, unterhalte ich mich mit Ihnen. Spanisch ist generell noch so eine Sache. Ich habe zwar viel Unterricht und auch das Gefühl, mein Spanisch verbessert sich, allerdings ist viel Geduld gefordert. Meine Eigene und die derjenigen, mit denen ich kommuniziere. Es wäre ja auch langweilig, wenn ich es schon könnte.

Wie verbringe ich denn meine Freizeit?

Ich mache sehr viel mit meinem Mitbewohner Mario. Er schleppt mich zu Geburtstagsfeiern von Freunden oder nimmt mich zum Campen mit. Gestern waren wir klettern und auch ein kolumbianisches Schwimmbad habe ich schon getestet. Allerdings ist die Verpflichtung einer Badekappe nervig und auch sonst bevorzuge ich das deutsche Hallenbad. Trotzdem bin ich natürlich froh, hier auch Schwimmen zu können. Freitags besuche ich einen Theaterkurs und eigentlich hätte ich montags Salsa, jedoch gefällt mir der Kurs nicht so sehr. Salsa lerne ich auch ohne Kurs, hoffe ich :)!  Mit einem weiteren Freund (dem anderen Mario) unternehme ich auch ein paar Dinge. Das Bild zum Beispiel gehört zu einem Ausflug nach Monserrate.

Bogotá ist einfach unfassbar groß und ich weiß nicht, wie oft ich die Größe meines Dorfes in Deutschland mit ca. 600-700 Einwohnern in diese Stadt packen könnte.

Hasta luego

 

 

 

 

 

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Orientierung und Sicherheit in Bogotá

Traveler

Verloren gehen in Bogotá ist nicht wirklich ein Problem. Zumindest nicht, wenn man den Aufbau der Metropole kennt. Eigentlich ist es ganz leicht. Die Stadt richtet sich nach den Bergen im Osten aus. Das heißt, dass das alte Zentrum Bogotás am Fuße der Anden um Bogotá errichtet wurde. Die erste Querstraße der Berge ist somit die Carrera uno. So geht es weiter. Die senkrechten Straßen zu den Anden nennt man Calles.

Also ist  die Städteplanung eine andere, als man sie aus vielen Städten in Europa kennt. Diese sind ja meistens rund aufgebaut, so wie es in Aachen ist.

Für meine Orientierung finde ich das System hier in Bogotá sehr angenehm. Ein guter Orientierungspunkt ist ebenfalls Monserrate. Dies ist ein heiliger Ort hoch oben auf einem Berg und vom Zentrum super sichtbar.

Als ich das erste Mal alleine bis zu meiner Wohnung gefahren bin, habe ich mich in der Calle vertan und war eigentlich nur eine Straße zu weit gelaufen. So stand ich in der Calle 19 anstatt in der Calle 18. Dank Monserrate und einem netten Einwohner gelangte ich dann schnell auf die Richtige Calle.

Nachdem ich jetzt einige Male vom Zentrum bis zu meiner WG gefahren bin, klappt das besser 🙂

So ganz begriffen, wie groß diese Stadt ist, habe ich allerdings noch nicht. Es fällt aber auf, dass überall – wirklich überall- viele Menschen herumlaufen. Und manchmal werde ich mit ,,Holá Bonita“ begrüßt, was dann wohl auf mein europäisches Aussehen zurückzuführen ist. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Überhaupt klappt es bisher sehr gut mit mir und dieser Stadt. Ich fühle mich hier viel sicherer, als ich es in Deutschland jemals für möglich gehalten hätte! Trotzdem muss man auf seine Sachen achtgeben. Am liebsten bewege ich mich ohne Rucksack.

In dem Haus, indem ich wohne, sitzt immer jemand im Flur und lässt die Leute herein. Ansonsten ist die Tür abgeschlossen. Als ich also Besuch von meinem Freund Mario bekam, welcher der ehemalige Freiwillige in Deutschland war, wurde ich hier oben in der Wohnung angeklingelt und es wurde gefragt, ob ein Mario passieren darf.

Man bemerke hier nochmal, dass ich aus einem sehr kleinen Dorf komme!

Für die Sicherheit ist das natürlich ein gutes Gefühl, jemanden zu haben, der den Eingang überwacht.

Meine Freundin Helena ist heute Morgen angekommen. Sie ist auf einem kurzen Abstecher hier in Kolumbien, bevor es für sie weiter nach Bolivien geht. Dort wird sie ihre alte Freiwilligeneinsatzstelle besuchen. So bin ich um sechs Uhr morgens im Schlafanzug in den Eingangsbereich gegangen, damit es keine Probleme für sie gab, zu der Wohnung zu gelangen.

Vieles ist sehr anders, als ich es von meiner Heimat kenne. Bisher gefallen mir die Unterschiede allerdings sehr gut. Klar sind die sozialen Schichten hier vielleicht nochmal klarer getrennt, aber auch in Europa gibt es diese markanten Spalten.

Ich fühle mich hier wohl und für die Verhältnisse einer Metropole sicher. Dies liegt aber auch an dem Viertel, in dem ich wohne.

Mir ist aber auch klar, dass es von dieser Stadt ganz andere Eindrücke gibt und um mir wirklich ein sicheres Urteil bilden zu können, bin ich definitiv zu kurz hier. Seit Donnerstag hat mein Spanischkurs angefangen und er macht mir Spaß.

Muchos saludos

 

Warum Kolumbien?

Die Frage habe ich mir selber auch oft gestellt. Eine genaue Antwort darauf habe ich tatsächlich nicht.

Aus der Stadt Bogotá und dem Land Kolumbien formt sich mir allmählich ein Bild. Vielleicht war es das Unbekannte, welches mich reizte.

Ein neuer Kontinent, eine andere Kultur und eine mir fremde Sprache waren vermutlich die Beweggründe meiner Entscheidung.

Besonders die Ideen, sich sozial zu engagieren und eben nicht nur als Tourist in einem Land zu sein, haben mich begeistert.

Die Tatsache, dass Aachen in Kolumbien ein Partnerland gefunden hat und die Berichte einer Freundin führten mich also zu den besagten Kolumbieneinsätzen.

Jenes Projekt in Bogotá hat mich am meisten interessiert, und als man mir die Stelle anbot, nahm ich sie – nach kurzer Bedenkzeit- begeistert an.

Ich freue mich sehr auf die Zeit hier in Kolumbien und auf die Arbeit in meinem Projekt.

Sehr cool finde ich, dass die KJG zu dem deutschen Freiwilligen, welchen sie nach Kolumbien entsendet, einen kolumbianischen Freiwilligen empfängt. Dieser oder diese arbeitet dann in der Jugendbildungsstätte Rollefbachweg in Aachen.

 

Gerne werden auch Spenden für diese Einsätze und die Projekte entgegengenommen, da die KjG zwar von Weltwärts gefördert wird, aber auch noch einen Eigenanteil  mitfinanziert.

Spendenkonto:

Förderkreis KjG im Bistum Aachen

Verw. Partnerschaft Kolumbien

IBAN: DE86 3706 0193 1004 4450 20

BIC: GENODEDIPAX

 

 

 

 

Ankunft in Bogotá

Traveler

Dies ist der Blick aus meinem Fenster auf die Stadt Bogotá, meine vorläufige neue Heimat.

Die Ankunft war sehr gelungen. Ich wurde super herzlich begrüßt und obwohl ich nach deutscher Zeit sehr früh morgens ankam, fühlte ich mich nicht total erschlagen. Im Gegenteil. Es wurde ein wirklich lustiger Abend bei leckerem Essen und Aachener Printen.

Ich wohne übrigens mit dem ältesten Sohn meiner Chefin zusammen und ich fühle mich in der Wohnung und auch in der Familie wohl. Gespannt blicke ich auf die nächsten Monate, die vor mir liegen.

In Bogotá ist es üblich, dass an Sonn- und Feiertagen einige Straßen für Autos gesperrt sind und man so die Stadt super mit dem Fahrrad erkunden kann. Gestern war ein solcher Feiertag und somit begann mein erster Tag in Kolumbien auf einem Fahrrad, welches eine ehemalige Freiwillige erworben hat. (Danke Kira :)) Übrigens ist seit gestern der neue Präsident Iván Duque im Amt. Abends sah man zur Begrüßung militärische Jets über der Hauptstadt.

Meine Mitfreiwilligen reisten an ihrem ersten Tag von Bogotá nach Ibagué, wo sie den ersten Monat zusammen verbringen werden. Anschließend, geht es für einen noch weiter nach Líbano in sein Projekt. Ich bleibe derweil in Bogotá und freue mich, mal auf einen sonnigen Abstecher nach Ibagué.

Von dem Dachverband SDFV des Bistums Aachen, werden jährlich vier Freiwillige nach Kolumbien, drei nach Ecuador, vier nach Ghana und zwei nach Sambia entsendet. Und auch welche nach Bolivien.

Zwei von uns Kloumbienfreiwilligen haben den BDKJ als Entsendeorganisation, welcher eine Einsatzstelle in Ibagué und eine in Líbano betreut. Dann ist eine von unserem Quartett mit der DPSG ebenfalls in Ibagué und ich mit der KJG,als Entsendeorganisation, in Bogotá.

Ich hänge noch ein wenig im Jetlag, weshalb ich die Morgenstunden schon für diesen Blog super nutzen kann.

Heute werde ich meinen Spanischlehrer kennenlernen, der mich den ersten Monat begleiten wird. Beginnen werde ich diesen zweiten Tag mit einem Obstfrühstück.         Das Obst hier ist der Hammer.

Das Wetter in Bogotá ist übrigens zu der deutschen Hitzewelle sehr angenehm, auch wenn es ein paar Grad wärmer sein dürfte.

Hasta luego