Viele neue Eindrücke und tolle Erlebnisse…

 

Seit dem letzten Eintrag ist einiges passiert. Überhaupt kann ich mich nicht darüber beklagen, dass mein Leben hier eintönig wäre…

Wie ich bereits erwähnt habe, bin ich zusammen mit drei weiteren Freiwilligen nach Kolumbien geflogen. Zwei von ihnen habe ich jetzt in ihren Einsatzstellen in Ibagué besucht. Es war sehr schön Julia und Simon wiederzusehen. Vielleicht schaffen wir es beim nächsten Mal ja, uns zu viert zu treffen 🙂

So bin ich also am Sonntagmorgen um sechs von meinem Mitbewohner Mario zum Busterminal gebracht worden, der tatsächlich nur eine knappe Viertelstunde von meiner Wohnung entfernt ist. Ich kann es nur immer wieder betonen und ich wiederhole mich auch, aber die Lage meiner Unterkunft ist wirklich perfekt. Nun saß ich dann also im Bus nach Ibagué, womit meine erste alleinige Reise hier in Kolumbien begann.

Die Fahrt bot eine wunderschöne Landschaft. Auch wenn ich sicherlich einiges verschlafen habe, es war dann doch noch sehr früh, konnte ich einige Blicke auf die mir unbekannte Szenerie werfen. In Ibagué dann erstmal ins Taxi. Ich muss sagen, dass mir die Taxifahrten echt Spaß machen. Gerade jetzt wo mein Spanisch eine einfache Konversation zulässt, erfährt man interessante Dinge und wird auch einiges gefragt. Meistens werde ich gefragt, ob ich verheiratet bin und wenn ich dies verneine, kommt die Frage nach einem ,,novio“ oder vielleicht nach Kindern. Aber auch  meine Herkunft und oft damit aufkommende Fragen zum Dritten Reich interessieren die Taxifahrer. Des Weiteren taucht die Frage auf, was ich in Kolumbien tue und wie lange ich bleiben werde. Ich hatte schon echt bereichernde Taxifahrten.                      In der Stadt der Musik dann angekommen wurde ich von Julia und Simon mit einem leckeren Frühstück begrüßt. Den Tag verbrachten wir zusammen. Da Sonntag war, hatten wir viel Zeit uns auszutauschen. Am Montag begleitete ich Simon dann in sein Projekt. Hauptsächlich haben wir uns an diesem Tag zu einer Kindergartengruppe gesellt und ich konnte mit Grundschulskills wie Seilspringen punkten. Simons Projekt hat viele verschiedene Arbeitsbereiche, Angebote und Gruppen. Ich wurde sehr herzlich begrüßt und habe mich willkommen gefühlt. Auch den Dienstag verbrachte ich bei Simons Einsatzstelle. Zusammen mit einem Kollegen von Simon besuchten wir einen anderen Kindergarten, welcher auch in einem ärmeren Viertel liegt.                                  Julia hatte am Dienstag Geburtstag und so verbrachten wir einen lustigen Abend, mit bereits gewonnen Freunden der beiden. Diese Freunde studieren an der öffentlichen Uni in Ibagué und da es um diese öffentlichen Unis gerade schlechter steht, hatten wir eine sehr interessante Unterhaltung. Die meisten Unis des Landes sind private Institutionen und sind trotz hoher Gebühr sehr stark besucht. Um die öffentlichen Unis, die von der Regierung Geld erhalten, steht es gerade schlechter. Die Regierung will die Gelder streichen und sie für andere Zwecke nutzen. So sind die Unis in einen Streik getreten und es gab z.B. hier in Bogotá eine große Demonstration.

Zurück zu besagten Studenten in Ibagué. Sie berichteten, dass ihre Uni womöglich  vorläufig geschlossen wird und vielleicht so ihr Semester vergessen können, wenn nicht sogar das bisher erreichte Studium. Was genau aus der Sache geworden ist, weiß ich nicht! Ich bin am nächsten morgen schon früh abgereist  und ihre Uni  hat an diesem Tag wohl eine Entscheidung getroffen. Mit  vielen neuen Eindrücken ging es zurück nach Bogotá und nach einer erneuten lustigen Taxifahrt, war ich endlich wieder in meiner Heimat in der Fremde angekommen.

Es folgte ein wenig Arbeit und ein toller Ausflug mit den Kindern am Samstag. Mit ca. 45 Mann ging es zum größten Wasserfall Kolumbiens, der auch mit zu den größten der Welt gehört. Dieser heißt ,,La Chorrera“. Glücklicherweise befindet er sich quasi um die Ecke und so erreichten wir recht schnell unser Ziel. Ich liebe Wasser ohnehin und es war sehr beeindruckend, einen so hohen (560 Meter) Wasserfall aus der Ferne und vom Nahen erleben zu dürfen.

Ach und am Sonntag gab es eine Familienfeier zu der ich, wie zu allem ganz selbstverständlich mitgenommen wurde und werde, was für mich manchmal gar nicht so selbstverständlich ist. So fuhren Nelly, ihre beiden Söhne, eine ihrer Töchter und ich zu Tante und Onkel in eine kleinere Stadt. Bei einem etwas abgelegeneren Haus mit einem tollen Fluss vor der Haustür verbrachten wir den Tag und die Nacht. Mir hat das sehr gut gefallen, auch wenn die Begegnung mit der Schlange nicht nötig gewesen wäre und ich der Überzeugung bin, dass heiße Schokolade mit Käse eine absolute Verrücktheit ist, habe ich diesen Ausflug mit all den gastfreundschaftlichen Kolumbianern sehr genossen.

 

,,Carne al trapo“ – Ich habe es nicht gegessen, aber ich fand die Zubereitung sehr interessant. Das Fleisch wird in Leinen gewickelt !

Entonces, nos vemos luego…

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Ein bisschen Plastik hier, ein bisschen Plastik dort und insgesammt zu viel…

Wir kennen es alle, wir nutzen es alle …. PLASTIK !!!!!

Auch wenn die Meere immer voller werden,                                                                                und dies nicht von Fischen,                                                                                                              fällt es schwer drauf zu verzichten.

Die Partikel breiten sich aus überall,                                                                                            führt es zu einem wahren Unheil….

Nein jetzt mal ernsthaft  ich möchte mich hier jetzt nicht  mit erhobenem Zeigefinger wertend über den Plastikverbrauch aufregen, da ich es ja selber tue und mich nicht davon ausschließen kann.

In Deutschland gehe ich in einen Supermarkt und entdecke ein Meer aus Plastik, in Kolumbien existiert dieses ebenfalls. Wie viele Plastikmeere es in Supermärkten auf der ganzen Welt gibt, will ich glaube ich gar nicht so genau wissen. In Deutschland wohne ich neben einem Sportplatz, also einer großen leeren Fläche. Irgendwann habe ich mir mal vorgestellt, wie sehr ich diese Fläche alleine mit meinem Plastikverbrauch in meinen bisherigen Leben füllen könnte.  Tatsache ist, dass es zu viel Fläche ist !            Hier die Eisverpackung, da der Schokoriegel….

Der Trend ist groß! Immer mehr Menschen wird bewusst, dass es so nicht weiter gehen kann. Die sozialen Netzwerke und besonders Youtube sind voll von ,,Zero waste“ Videos und Tipps, um den Müllverbrauch zu reduzieren. Aktionen wie das Säubern von Stränden und weitere sind toll, aber nur weil ich das Plastikteil an der einen Stelle aufhebe, muss ich es an der anderen Stelle ja wieder entsorgen. Es ist ein Teufelskreis und das Meer ist definitiv nicht der Ort um Plastik zu entsorgen. Aber den richtigen Ort  scheint es sowieso nicht zu geben.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie man diesen Verbrauch und diese Verschmutzung in den Griff kriegen soll. Ja, mich macht das traurig und jedes Plastikteil welches dann doch in meinem Korb landet würde ich am liebsten …..

Ich rege mich auf, wenn Lebensmittel dreimal eingepackt sind und ich kann absolut nicht verstehen, wie man in einem Land in welchen so viel Obst quasi regional ist, dieses in Plastik einschweißt. Warum ? Einen Laden habe ich wieder verlassen ohne etwas zu kaufen, da ich vor eingeschweißten Obst stand. Im nächsten und zum Glück in den meisten hier war dann alles  an Obst und Gemüse wieder unverpackt. Es ist schon fast eine Kunst ohne Plastiktüte vom Markt zu kommen, da einem die Tüten wahnsinnig schnell angedreht werden. Ich habe fast immer meinen Leinenbeutel dabei und – por favor, sin bolsa – oder- no gracias tengo una- waren einer meiner Ersten 🙂

Hier in den Straßen Bogotás findet man viel Plastik. Was meiner Theorie nach folgende Gründe hat:                                                                                                                                        1.Es gibt nicht unbedingt die Mülltonnen, die ich aus Deutschland kenne oder ich habe    sie noch nicht gesichtet. Der Müll steht also in Plastiktüten verpackt am Straßenrand.  2.Hungernde Menschen durchwühlen den Müll, in der Hoffnung etwas Essbares zu          finden.                                                                                                                                                3.Bogotá ist einfach so groß, dass es so viele Menschen gibt, die Müll produzieren können.

Ich schätze den Verbrauch der einzelnen Personen nicht höher oder weniger ein, als z.B. in Deutschland. Es ist nur die Masse, die ihn so bemerkbar macht.

Generell empfinde ich Bogotá als eine sehr realistische Stadt. Bogotá versteckt nichts. In Bogotá begegnet einem täglich Armut und Wohlstand und manchmal so nahe beieinander, dass es erschreckend ist.

Zwei Gespräche mit den Menschen, die von keinem Wohlstand etwas abbekommen werden, haben mich bewegt. Und dies nicht, weil ich sie mich nach Geld gefragt haben oder einfach etwas von mir haben wollten. Das Gegenteil war der Fall. Sie waren interessiert was ich in ihrem Land mache und woher ich komme. Sie wollten wissen, ob ich ,,gringa“ sei. Dies ist ein Ausdruck für Amerikaner. Zu diesen Begegnungen schreibe ich vielleicht später noch mehr.

Entonces…

Ich habe hier einfach die Gedanken festgehalten, die mir seit einigen Tagen durch den Kopf gehen. Als Resultat ziehe ich daraus, dass ich dringend was an meinem Kaufverhalten tun muss. Ich achte zwar schon drauf, aber nicht genug und wenn nicht jetzt wann dann?

Ich teste gerade eine Bambuszahnbürste, die komplett kompostierbar ist und auch gegen den immensen Müll den Tampons produzieren, kann man etwas tun. Ebenfalls gibt es tolle Haarseifen, welche den Kauf von Shampoos unnötig machen und auch die Einwegrasierer können ersetzt werden.

Immer eine Trinkflasche dabei zu haben ist gut. Mein Ekotanka begleitet mich jetzt schon fast zwei Jahre und ich kann ihm nur jeden, der das hier liest empfehlen. Und schon gehöre ich zu diesen Menschen, die begeistert von diesen Produkten reden und für sie werben. Aber mich machen diese Dinge glücklich und deshalb erwähne ich sie.      Und wer mich persönlich kennt, der weiß dies auch.. Ich sage nur vegane Mittagessen verpackt in einem Glascontainer, welcher dann im Aufenthatsraum meiner Stufe von mir genüsslich entlehrt wurden. Dabei verdrehten auch meine Freunde manchmal die Augen. Ich hoffe der Geruch war nicht zu streng Elli :*                                                            Es  gab aber auch interessierte Nachfragen bezüglich der Zutaten von Mitschülern und Lehrern.

In diesem Sinne

Hasta luego

Hanna

( Hier mal ein paar der Dinge, die ich eben erwähnt habe)

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Ein wenig Aufmerksamkeit für kleine Dinge mit großer Bedeutung…

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Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Ein Jahr, viele verschiedene Dinge und dann nur 23 Kilo Fluggepäck. Wie soll man denn bitte ein Jahr mit 23 Kilo zusammenraffen ?

Es war nicht einfach zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen zu unterschieden, wo doch mein ganzes Zimmer in Deutschland, voller bedeutungsvoller Dinge ist.  Hier ist eine minimalistische Denkweise gefordert und ehrlich, sie hat mich zunächst überfordert. Zunächst gab es einen großen Wäschekorb, in welchem ich immer Sachen reinlegte, wenn sie mir wichtig erschienen. Nach ein paar Tagen war dieser dann aber voll. So flog die Hälfte wieder raus und es wurden neue Sachen hinzugefügt. So ging es bestimmt eine Woche, bis es dann ernst wurde. Der Blick auf den zweiten Korb neben dem ersten, der sich irgendwie von selbst dazu gestellt hatte, verriet mir das es so nicht funktionieren würde. Also habe ich alles nochmal aussortiert, die Wichtigkeit der Dinge überlegt, ihren persönlichen Wert abgeschätzt und dann, wenn sie zu den wenigen besonders wichtigen Dingen gehörten, ihnen einen Platz von meinem begrenzten Gepäck gewährt.

Klamotten spielten hierbei eine sehr unwichtige Rolle. Und es war erschreckend zu sehen, dass man meinem Schrank nicht anmerkte, als alle meine Reiseklamotten fehlten. Er ist immer noch zu gut gefüllt mit Dingen, die ich nicht alle brauche. Die Anziehsachen, die ich mitnahm, haben alle ihre eigene gute Funktion und die vielen ohne Funktion in meinem deutschen Leben, sind eigentlich nur Lückenfüller. Dies muss einem allerdings erstmal bewusst werden!

Kommen wir aber zu den Dingen, über die ich mir viele Gedanken gemacht habe. Neben Medikamenten, man könnte ja krank werden, und den wichtigen Unterlagen dann also die Gegenstände, die einen unfassbar hohen Stellenwert in meinem Leben haben. Und ja es sind die kleinen Dinge.

So druckte ich einige Bilder aus, die jetzt hier in meinem Zimmer in Bogotá hängen und mich täglich an Freunde, Familie und schöne Erlebnisse erinnern. Es gibt aber noch mehr als Bilder. In Deutschland habe ich einen kleinen Nachtisch, auf dem einige der Dinge lagen, die jetzt auch hier auf diesem wundervollen, kleinen und selbst gebauten Tisch liegen.

Bücher wollte ich natürlich mitnehmen, aber da passten auch nicht alle, die ich brauchte. So entschied ich mich für einen englischen Gedichtsband, ein Geschenk, welches ich jetzt endlich mal komplett lesen will, ein kleines weises Buch über das Leben und die wirklich wichtigen Dinge, dass mir zwei gute Freundinnen geschenkt haben und das Reisetagebuch, ein Geschenk meiner Mutter. Dieses beinhaltet sogar meinen eigenen Segen für mein Leben, danke! Das Lesezeichen, eigentlich eine Kette, erinnert mich an einen ganz besonderen Menschen in meinem Leben, der mich eine lange Zeit begleitet hat und von dem ich viel lernen durfte, mit dem ich viel lachen konnte und einiges erlebt habe. So auch in dem Land, in dem die Münze ihren Ursprung findet, in Dänemark. Wenn du das jetzt lesen solltest, danke für alles !

Des Weiteren ist eine kleine Kerze immer gut, auch wenn diese schon eine kolumbianische ist. Ist eben ein Gebrauchsgegenstand. Das Tellerchen für drunter habe ich bei mir zuhause gefunden, ist also auch Heimat.                                                               Dieser kleine Stein war mit mir schon am anderen Ende der Welt in Neuseeland, meine erste große Reise. Ich liebe die Farben und die Form. Diesen habe ich von der Mutter einer langjährigen Freundin geschenkt bekommen, auch danke dafür.                                    Der kleine Weidezweig mit den bunten Bändchen stammt aus dem letzten Seminar vor meinem Freiwilligendienst und jeder kleine bunte Faden ist eine Stunde Glück. Eine Stunde Glück des Eigenen, als ein Geschenk, für jeweils den anderen Freiwilligen. Diese Geben der Glückstunden und das Erhalten dieser war die letzte Aktivität vor diesem ganz besonderen Jahr, was wir hoffentlich alle erleben werden.

Nun zu dem kleinen Elefanten, ein Geschenk an mich selber! Für mich strahlt dieser eine unheimliche und natürliche Lebensfreude aus und als ich ihn im März in den Niederlanden gekauft habe, war dies genau das was ich gebraucht habe. Der kleine Elefant steht mit festen Beinen, verankert auf dem Boden und erhebt erfreut seinen langen Elefantenrüssel hoch zum Leben, das vor ihm liegt. Auch wenn ich selbst das nicht immer kann, sind diese Figur und ich uns sehr ähnlich und ich sehe ihn als kleinen Beschützer an, den ich sehr gut hüte. Ich habe mein Leben und die Art und Weise wie ich es lebe selbst in der Hand und dafür bin ich unendlich dankbar !

Was jetzt nicht hier auf dem Bild zu sehen ist, aber ebenfalls einen hohen Stellenwert hat, ist der Kompass, den mein Vater mir geschenkt hat. Auch hier steckt wieder weit mehr dahinter, als der Gegenstand. Es ist eine Orientierungshilfe, damit ich mich nicht  geografisch verirre. Allerdings auch ein Wegweiser um den richtigen Weg zu finden, wenn ich es selbst nicht mehr kann oder mir einen anderen anzeigt. Danke!                         Ja und meine kleine Puppe, die ich von meinen Großeltern zur Geburt geschenkt bekommen habe, ist hier. Diese ist mit ihren 20 Jahren allerdings nicht mehr fürs Internet geeignet, aber sie ist hier, bei mir 🙂

Ich möchte mich an dieser Stelle bei all den lieben Menschen bedanken, die mir diese Dinge geschenkt haben, bei den Menschen die mich bis hierher in meinem Leben begleitet und unterstützt haben, die mir eine friedliche Heimat geboten haben, die mich selbstverständlich lieben. Danke !!! Ich bin euch allen sehr dankbar, für das was ihr für mich wart und seid.

Ich habe dieses Jahr schon einiges erlebt, und wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es das alles seine begrenzte  Zeit hat und jede Zeit ihre Spuren hinterlässt. Wenn diese Zeit dann vorbei ist, geht es weiter auch wenn es manchmal schwer ist, weiterzumachen.     Ich hasse Abschiede und trotzdem sind sie manchmal wichtig und die Meisten sind ja nicht für immer. Die Wenigen, die bewusst etwas beenden, sind wohl nötig auch wenn sie verdammt weh tun. Das Leben geht weiter und es gibt andere neue Perspektiven, die vor einem liegen, wenn man sich aus dem Alten befreit und bereit für etwas Neues und Unbekanntes ist.

In diesem schon fast philosophischen Sinne… Allen einen wunderschönen und besonderen Tag! 🙂

Hasta luego

Hanna

 

 

 

Ein paar kleine Infos

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Was ist so in der Zwischenzeit passiert?

Seit dem letzten Eintrag hier ist sehr viel Zeit vergangen. Eigentlich ist es unfassbar, wie schnell die Wochen verfliegen. Jeder Tag ist anders und trotzdem stelle ich schon eine – meine- Routine des Alltages fest. Dieser beginnt meistens mit einem Müsli aus Obst und Haferflocken, dazu dann noch ein paar Kerne und meine Leibspeise ist angerichtet. Ich verwende ein bisschen Wasser, damit es eine gute Substanz gibt. Zu dem Wasser muss ich aber sagen, dass mein Magen dieses noch nicht so verträgt, leider. Ich habe hier den Fehler gemacht, zu viel Leitungswasser zu trinken. Das Resultat war dann, dass ich einige Tage Magenprobleme hatte. Allerdings kann man durch Abkochen schon viel erreichen und so koche ich fleißig mein Trinkwasser ab. Die Vorstellung ein Jahr nur aus Plastikflaschen zu trinken, welche ich im Supermarkt erwerbe, widerspricht mir.

Die Arbeit mit den Kindern läuft gut und sie macht mir Spaß. Samstags gibt es Workshops, die unter der Woche von uns vorbereitet werden. Die Einsatzstellen liegen in zwei Stadtteilen Bogotás. Mein Arbeitstag beginnt dann gegen Sieben, indem ich zu der Wohnung meiner Chefin fahre. Dort wird sämtliches Material, das für den Tag benötigt wird, gerafft und schon beginnt der Kampf um ein Taxi. Tatsächlich ist es auch in Bogotá nicht immer einfach, ein freies Taxi zu erwischen.

Haben wir es dann geschafft und sitzen im Taxi, geht es zunächst in den Stadtteil Kennedy. Dieser ist ein ärmerer Bezirk der Metropole. Und ja man sieht die Unterschiede. Die Leute sind einfacher gekleidet und die Straßen und Häuser nicht so gut ausgebaut wie im Zentrum oder in dem Stadtteil, indem ich lebe. Die Kinder allerdings sind meistens sehr aufgeschlossen und wirken glücklich. Das Schönste ist aber, wenn sie das Projekt schätzen und gerne samstags von Acht bis Elf an dem Workshop teilnehmen. Die Themen sind recht unterschiedlich, haben aber alle einen bildenden Hintergrund. So wird z.B. über den Wasserkonsum, den Einsatz von Elektrizität oder den Begriff Frieden gesprochen.

Das Colectivos ( meine Organisation) wird von den Sternsingern mitfinanziert, was mir gut gefällt. Schließlich bin ich selbst jahrelang von Haus zu Haus gezogen und habe für die Sternsinger gesammelt. Wie hätte ich auch ahnen können, dass ich selbst mal mitbekomme, wie das Geld dann vor Ort eingesetzt wird ?

Von 12 bis 15 Uhr geht es dann im Stadtteil Simon Bolivar weiter. Derselbe Workshop, aber mit anderen Kindern. Auch Bolivar ist kein reicher Stadtteil, allerdings will ich hier auch nicht werten, weder über Kennedy noch über Simon Bolivar. Die Menschen dort arbeiten sehr hart für ihr Geld und versuchen das Beste zu erreichen. Die Eltern der Kinder sind meist sehr nett, und sofern mein Spanisch es zulässt, unterhalte ich mich mit Ihnen. Spanisch ist generell noch so eine Sache. Ich habe zwar viel Unterricht und auch das Gefühl, mein Spanisch verbessert sich, allerdings ist viel Geduld gefordert. Meine Eigene und die derjenigen, mit denen ich kommuniziere. Es wäre ja auch langweilig, wenn ich es schon könnte.

Wie verbringe ich denn meine Freizeit?

Ich mache sehr viel mit meinem Mitbewohner Mario. Er schleppt mich zu Geburtstagsfeiern von Freunden oder nimmt mich zum Campen mit. Gestern waren wir klettern und auch ein kolumbianisches Schwimmbad habe ich schon getestet. Allerdings ist die Verpflichtung einer Badekappe nervig und auch sonst bevorzuge ich das deutsche Hallenbad. Trotzdem bin ich natürlich froh, hier auch Schwimmen zu können. Freitags besuche ich einen Theaterkurs und eigentlich hätte ich montags Salsa, jedoch gefällt mir der Kurs nicht so sehr. Salsa lerne ich auch ohne Kurs, hoffe ich :)!  Mit einem weiteren Freund (dem anderen Mario) unternehme ich auch ein paar Dinge. Das Bild zum Beispiel gehört zu einem Ausflug nach Monserrate.

Bogotá ist einfach unfassbar groß und ich weiß nicht, wie oft ich die Größe meines Dorfes in Deutschland mit ca. 600-700 Einwohnern in diese Stadt packen könnte.

Hasta luego

 

 

 

 

 

Orientierung und Sicherheit in Bogotá

Traveler

Verloren gehen in Bogotá ist nicht wirklich ein Problem. Zumindest nicht, wenn man den Aufbau der Metropole kennt. Eigentlich ist es ganz leicht. Die Stadt richtet sich nach den Bergen im Osten aus. Das heißt, dass das alte Zentrum Bogotás am Fuße der Anden um Bogotá errichtet wurde. Die erste Querstraße der Berge ist somit die Carrera uno. So geht es weiter. Die senkrechten Straßen zu den Anden nennt man Calles.

Also ist  die Städteplanung eine andere, als man sie aus vielen Städten in Europa kennt. Diese sind ja meistens rund aufgebaut, so wie es in Aachen ist.

Für meine Orientierung finde ich das System hier in Bogotá sehr angenehm. Ein guter Orientierungspunkt ist ebenfalls Monserrate. Dies ist ein heiliger Ort hoch oben auf einem Berg und vom Zentrum super sichtbar.

Als ich das erste Mal alleine bis zu meiner Wohnung gefahren bin, habe ich mich in der Calle vertan und war eigentlich nur eine Straße zu weit gelaufen. So stand ich in der Calle 19 anstatt in der Calle 18. Dank Monserrate und einem netten Einwohner gelangte ich dann schnell auf die Richtige Calle.

Nachdem ich jetzt einige Male vom Zentrum bis zu meiner WG gefahren bin, klappt das besser 🙂

So ganz begriffen, wie groß diese Stadt ist, habe ich allerdings noch nicht. Es fällt aber auf, dass überall – wirklich überall- viele Menschen herumlaufen. Und manchmal werde ich mit ,,Holá Bonita“ begrüßt, was dann wohl auf mein europäisches Aussehen zurückzuführen ist. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Überhaupt klappt es bisher sehr gut mit mir und dieser Stadt. Ich fühle mich hier viel sicherer, als ich es in Deutschland jemals für möglich gehalten hätte! Trotzdem muss man auf seine Sachen achtgeben. Am liebsten bewege ich mich ohne Rucksack.

In dem Haus, indem ich wohne, sitzt immer jemand im Flur und lässt die Leute herein. Ansonsten ist die Tür abgeschlossen. Als ich also Besuch von meinem Freund Mario bekam, welcher der ehemalige Freiwillige in Deutschland war, wurde ich hier oben in der Wohnung angeklingelt und es wurde gefragt, ob ein Mario passieren darf.

Man bemerke hier nochmal, dass ich aus einem sehr kleinen Dorf komme!

Für die Sicherheit ist das natürlich ein gutes Gefühl, jemanden zu haben, der den Eingang überwacht.

Meine Freundin Helena ist heute Morgen angekommen. Sie ist auf einem kurzen Abstecher hier in Kolumbien, bevor es für sie weiter nach Bolivien geht. Dort wird sie ihre alte Freiwilligeneinsatzstelle besuchen. So bin ich um sechs Uhr morgens im Schlafanzug in den Eingangsbereich gegangen, damit es keine Probleme für sie gab, zu der Wohnung zu gelangen.

Vieles ist sehr anders, als ich es von meiner Heimat kenne. Bisher gefallen mir die Unterschiede allerdings sehr gut. Klar sind die sozialen Schichten hier vielleicht nochmal klarer getrennt, aber auch in Europa gibt es diese markanten Spalten.

Ich fühle mich hier wohl und für die Verhältnisse einer Metropole sicher. Dies liegt aber auch an dem Viertel, in dem ich wohne.

Mir ist aber auch klar, dass es von dieser Stadt ganz andere Eindrücke gibt und um mir wirklich ein sicheres Urteil bilden zu können, bin ich definitiv zu kurz hier. Seit Donnerstag hat mein Spanischkurs angefangen und er macht mir Spaß.

Muchos saludos

 

Warum Kolumbien?

Die Frage habe ich mir selber auch oft gestellt. Eine genaue Antwort darauf habe ich tatsächlich nicht.

Aus der Stadt Bogotá und dem Land Kolumbien formt sich mir allmählich ein Bild. Vielleicht war es das Unbekannte, welches mich reizte.

Ein neuer Kontinent, eine andere Kultur und eine mir fremde Sprache waren vermutlich die Beweggründe meiner Entscheidung.

Besonders die Ideen, sich sozial zu engagieren und eben nicht nur als Tourist in einem Land zu sein, haben mich begeistert.

Die Tatsache, dass Aachen in Kolumbien ein Partnerland gefunden hat und die Berichte einer Freundin führten mich also zu den besagten Kolumbieneinsätzen.

Jenes Projekt in Bogotá hat mich am meisten interessiert, und als man mir die Stelle anbot, nahm ich sie – nach kurzer Bedenkzeit- begeistert an.

Ich freue mich sehr auf die Zeit hier in Kolumbien und auf die Arbeit in meinem Projekt.

Sehr cool finde ich, dass die KJG zu dem deutschen Freiwilligen, welchen sie nach Kolumbien entsendet, einen kolumbianischen Freiwilligen empfängt. Dieser oder diese arbeitet dann in der Jugendbildungsstätte Rollefbachweg in Aachen.

 

Gerne werden auch Spenden für diese Einsätze und die Projekte entgegengenommen, da die KjG zwar von Weltwärts gefördert wird, aber auch noch einen Eigenanteil  mitfinanziert.

Spendenkonto:

Fördererkreis KjG im Bistum Aachen

Verw.zweck: Partnerschaft Kolumbien

IBAN: DE86 3706 0193 1004 4450 20

BIC: GENODED1PAX

 

 

 

 

Ankunft in Bogotá

Traveler

Dies ist der Blick aus meinem Fenster auf die Stadt Bogotá, meine vorläufige neue Heimat.

Die Ankunft war sehr gelungen. Ich wurde super herzlich begrüßt und obwohl ich nach deutscher Zeit sehr früh morgens ankam, fühlte ich mich nicht total erschlagen. Im Gegenteil. Es wurde ein wirklich lustiger Abend bei leckerem Essen und Aachener Printen.

Ich wohne übrigens mit dem ältesten Sohn meiner Chefin zusammen und ich fühle mich in der Wohnung und auch in der Familie wohl. Gespannt blicke ich auf die nächsten Monate, die vor mir liegen.

In Bogotá ist es üblich, dass an Sonn- und Feiertagen einige Straßen für Autos gesperrt sind und man so die Stadt super mit dem Fahrrad erkunden kann. Gestern war ein solcher Feiertag und somit begann mein erster Tag in Kolumbien auf einem Fahrrad, welches eine ehemalige Freiwillige erworben hat. (Danke Kira :)) Übrigens ist seit gestern der neue Präsident Iván Duque im Amt. Abends sah man zur Begrüßung militärische Jets über der Hauptstadt.

Meine Mitfreiwilligen reisten an ihrem ersten Tag von Bogotá nach Ibagué, wo sie den ersten Monat zusammen verbringen werden. Anschließend, geht es für einen noch weiter nach Líbano in sein Projekt. Ich bleibe derweil in Bogotá und freue mich, mal auf einen sonnigen Abstecher nach Ibagué.

Von dem Dachverband SDFV des Bistums Aachen, werden jährlich vier Freiwillige nach Kolumbien, drei nach Ecuador, vier nach Ghana und zwei nach Sambia entsendet. Und auch welche nach Bolivien.

Zwei von uns Kloumbienfreiwilligen haben den BDKJ als Entsendeorganisation, welcher eine Einsatzstelle in Ibagué und eine in Líbano betreut. Dann ist eine von unserem Quartett mit der DPSG ebenfalls in Ibagué und ich mit der KJG,als Entsendeorganisation, in Bogotá.

Ich hänge noch ein wenig im Jetlag, weshalb ich die Morgenstunden schon für diesen Blog super nutzen kann.

Heute werde ich meinen Spanischlehrer kennenlernen, der mich den ersten Monat begleiten wird. Beginnen werde ich diesen zweiten Tag mit einem Obstfrühstück.         Das Obst hier ist der Hammer.

Das Wetter in Bogotá ist übrigens zu der deutschen Hitzewelle sehr angenehm, auch wenn es ein paar Grad wärmer sein dürfte.

Hasta luego